Zum Verhältnis von Weniger und Mehr

von Christian Ziron — Gepostet in Design am 11. Juli 2014

Wodurch zeichnet sich gutes Design aus? Die Gretchenfrage der Gestaltung hat seit Beginn der Moderne nichts von Ihrer Notwendigkeit eingebüßt, vielmehr wurden die Anwendungsgebiete qua Veränderung durch technologische Entwicklungen umfangreicher. Kann es dem Internet als der bisher letzten und bisher einzigen global fast zeitgleich etablierten Kulturtechnik, die in der historischen Betrachtung sicher auf einer Stufe mit der Erfindung des Rads oder des Buchdrucks steht, gelingen, diese Frage abschließend zu klären?

Browser vs. App

Der Wettstreit der Konzepte zur Beantwortung dieser Frage ist in vollem Gange und wirft zuvorderst erst einmal zahlreiche Fragen auf. Warum eigentlich Mobile First? Dient dieser Wahlspruch nicht nur den Optimierungsbedürfnissen von Big Playern wie Google, Amazon, Apple sowie den ungenannten Anderen und ignoriert die eigentlichen Nutzerbedürfnisse? Und warum denn dann überhaupt noch klassische Webseiten browsen? Stattdessen das Eingeständnis, dass die auf mobilen Plattformen vertrauteren Apps das non plus Ultra der „unterwegs und überall“ Mentalität repräsentieren!

Im Unterschied zur App ist die Webseite in beiden Welten verfügbar, was den Vorteil bietet, dass die einmal Online gestellte Seite sofort allerorts verfügbar ist. Bei sprichwörtlich genauerer Betrachtung fallen aber auch die Nachteile sofort auf. Die unterschiedlichen Browsermarken mit unterschiedlichen Techniken verunmöglichen ein einheitliches Erlebnis, hinzukommen die bereits angesprochenen Darstellungsvarianzen, welche durch die Fülle an unterschiedlich dimensionierten Bildschirmen entstehen.

Desktop vs Mobile - Screenwars 2

Drei verschiedene Ausgaben ein und des selben Inhalts. Unterschiedliche Bildschirmgrößen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Übersichtlichkeit.

 

 Der erste Eindruck …

… zählt! Alle drei oben zu sehenden Varianten des Community-Marktplatzes airbnb erfüllen die durch die Googlestudie ermittelten Mindestanforderungen für eine übersichtliche Navigation. Es gibt ein durch das Lupensymbol gekennzeichnetes Suchfeld, in die Suche sind die Automatismen für Vervollständigung und Korrektur integriert. Durch einen Klick auf das Firmenlogo gelangt der Surfer wieder zurück zur Startseite. 1+, Setzen? Mitnichten! Designtechnisch erinnert die mobile Webseite an die Pionierzeiten des Internet. Netscape lässt grüßen. Bilder in Miniaturgröße und die Fragwürdige Währungsangabe erschweren dem digitalen Globetrotter die Auffindung des Wunschziels.

Im Falle von airbnb spielt das Design nicht nur eine Handlagerrolle für das ästhetische Empfinden. Digitale Globetrotter wollen sicher keine Filterorgie durchlaufen bevor Sie die geeignete Unterkunft für Ihren momentanen Aufenthaltsort finden. Auch wenn im Falle von airbnb die mobile Seite nach kurzer Eingewöhnung den gleichen Komfort wie die App bietet, über den ersten Eindruck dürfte so manche Nutzerbindung straucheln. Ob es sich um eine strategische Entscheidung des Unternehmens handelt bei der die App den Entwicklungsvorrang erhalten hat oder aber die junge Marke noch keine Stilsicherheit im Umgang mit corporate identity bzw. corporate design Grundsätzen gefunden hat, bleibt an dieser Stelle nur Spekulation. Das alle verfügbaren Kanäle bedient werden, stellt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der wachsenden Zahl an Mitbewerbern dar, erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen an Konzeptionierung und Betreuung der unterschiedlichen Plattformen. Den feinen Unterschied würde im Falle von airbnb eine gegenüber Desktop und App ebenbürtige mobile Webseite ausmachen. Wie dies möglich ist und welche neuen Möglichkeiten und Standards bereits zur Verfügung stehen, um etwa ein und dieselbe Webseite auf unterschiedlich dimensionierten Abbildungsflächen gleichermaßen Glänzen zu lassen, wird in der kommenden Episode betrachtet.

Zum Verhältnis von Weniger und Mehr

Design

Webdesign in Mobilen Zeiten – Zum Verhältnis von Weniger und Mehr

Wodurch zeichnet sich gutes Design aus? Die Gretchenfrage der Gestaltung hat seit Beginn der Moderne nichts von Ihrer Notwendigkeit eingebüßt, vielmehr wurden die Anwendungsgebiete qua Veränderung durch technologische Entwicklungen umfangreicher. Kann es dem Internet als der bisher letzten und bisher einzigen global fast zeitgleich etablierten Kulturtechnik, die in der historischen Betrachtung sicher auf einer Stufe mit der Erfindung des Rads oder des Buchdrucks steht, gelingen, diese Frage abschließend zu klären?

Browser vs. App

Der Wettstreit der Konzepte zur Beantwortung dieser Frage ist in vollem Gange und wirft zuvorderst erst einmal zahlreiche Fragen auf. Warum eigentlich Mobile First? Dient dieser Wahlspruch nicht nur den Optimierungsbedürfnissen von Big Playern wie Google, Amazon, Apple sowie den ungenannten Anderen und ignoriert die eigentlichen Nutzerbedürfnisse? Und warum denn dann überhaupt noch klassische Webseiten browsen? Stattdessen das Eingeständnis, dass die auf mobilen Plattformen vertrauteren Apps das non plus Ultra der „unterwegs und überall“ Mentalität repräsentieren!

Im Unterschied zur App ist die Webseite in beiden Welten verfügbar, was den Vorteil bietet, dass die einmal Online gestellte Seite sofort allerorts verfügbar ist. Bei sprichwörtlich genauerer Betrachtung fallen aber auch die Nachteile sofort auf. Die unterschiedlichen Browsermarken mit unterschiedlichen Techniken verunmöglichen ein einheitliches Erlebnis, hinzukommen die bereits angesprochenen Darstellungsvarianzen, welche durch die Fülle an unterschiedlich dimensionierten Bildschirmen entstehen.

Desktop vs Mobile - Screenwars 2

Drei verschiedene Ausgaben ein und des selben Inhalts. Unterschiedliche Bildschirmgrößen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Übersichtlichkeit.

 

 Der erste Eindruck …

… zählt! Alle drei oben zu sehenden Varianten des Community-Marktplatzes airbnb erfüllen die durch die Googlestudie ermittelten Mindestanforderungen für eine übersichtliche Navigation. Es gibt ein durch das Lupensymbol gekennzeichnetes Suchfeld, in die Suche sind die Automatismen für Vervollständigung und Korrektur integriert. Durch einen Klick auf das Firmenlogo gelangt der Surfer wieder zurück zur Startseite. 1+, Setzen? Mitnichten! Designtechnisch erinnert die mobile Webseite an die Pionierzeiten des Internet. Netscape lässt grüßen. Bilder in Miniaturgröße und die Fragwürdige Währungsangabe erschweren dem digitalen Globetrotter die Auffindung des Wunschziels.

Im Falle von airbnb spielt das Design nicht nur eine Handlagerrolle für das ästhetische Empfinden. Digitale Globetrotter wollen sicher keine Filterorgie durchlaufen bevor Sie die geeignete Unterkunft für Ihren momentanen Aufenthaltsort finden. Auch wenn im Falle von airbnb die mobile Seite nach kurzer Eingewöhnung den gleichen Komfort wie die App bietet, über den ersten Eindruck dürfte so manche Nutzerbindung straucheln. Ob es sich um eine strategische Entscheidung des Unternehmens handelt bei der die App den Entwicklungsvorrang erhalten hat oder aber die junge Marke noch keine Stilsicherheit im Umgang mit corporate identity bzw. corporate design Grundsätzen gefunden hat, bleibt an dieser Stelle nur Spekulation. Das alle verfügbaren Kanäle bedient werden, stellt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der wachsenden Zahl an Mitbewerbern dar, erhöht aber gleichzeitig die Anforderungen an Konzeptionierung und Betreuung der unterschiedlichen Plattformen. Den feinen Unterschied würde im Falle von airbnb eine gegenüber Desktop und App ebenbürtige mobile Webseite ausmachen. Wie dies möglich ist und welche neuen Möglichkeiten und Standards bereits zur Verfügung stehen, um etwa ein und dieselbe Webseite auf unterschiedlich dimensionierten Abbildungsflächen gleichermaßen Glänzen zu lassen, wird in der kommenden Episode betrachtet.

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Mit dem einen Bein fest in der Digitalität, das andere im Fahrwasser des Analogen. Bodydouble der Grinsekatze in den Alice im Wunderland Filmen. Überzeugt, dass Gadgets den Menschen nicht besser machen, trotzdem deren Unterhaltungsfaktor nicht unterschätzt. Zum Frühstück mal kross mit Schokocroissant und Kaffee, mal knackig mit Rote Beete Bagel und Mango Lassi. Googled wie ein Boss. Lieblingsyoutubekanal. Lieblingsplatte. Und ganz viele Pandas

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